Christliche Mannheit

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26. Predigt vom 15. Mai 1831

„Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, hatte Einsicht wie ein Kind, dachte wie ein Kind; als ich aber Mann ward, legte ich ab, was kindisch war“ (1 Kor 13,11)

Als unser Herr im Begriff war, die Welt zu verlassen und zu Seinem Vater zurückzukehren, nannte Er Seine Jünger Waisen: sozusagen Kinder, deren Erzieher Er gewesen war, die noch unfähig waren, sich zu leiten, und ihren Beschützer bald verlieren sollten; aber Er sagte, „Ich will euch nicht als Waisen ohne Trost zurücklassen, Ich werde zu euch kommen“ (Jo 14,18). Damit wollte Er sagen, Er werde

Die Schrift, eine Geschichte menschlichen Leidens

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25. Predigt vom 17. Juli 1831

„In Jerusalem liegt am Schaftor ein Teich, welcher auf hebräisch Bethesda heißt und fünf Hallen hat. In diesem lag eine große Menge Schwacher, Blinder, Lahmer und Ausgezehrter und wartete auf die Bewegung des Wassers“ (Joh 5,2.3).

Welches Bild des Elendes muß dieser Teich Bethesda geboten haben! Ein Bild der Schmerzen und Leiden, die bis zum Tode triumphierten! Es waren „Blinde, Lahme, Ausgezehrte und Schwache“ da, von der Hoffnung auf Heilung getrieben, ihre Leiden bei hellem Tageslicht in einer einzigen großen Gesellschaft enthüllend.

Die Religion des Tages

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24. Predigt, 26. August 1832

„Laßt uns dankbar sein, dadurch können wir Gott wohlgefällig mit Ehrfurcht und frommer Scheu dienen. Denn unser Gott ist ein verzeh­rendes Feuer“ (Hebr 12,28.29).

In jedem Zeitalter des Christentums, seitdem es zum erstenmal gepredigt worden ist, hat es etwas gegeben, was man eine Religion der Welt nennen kann. Sie ahmt die eine wahre Religion so sehr nach, daß sie den Unbeständigen und

Christliche Ehrfurcht

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23. Predigt, 8. Mai 1831

„Dienet dem Herrn in Furcht und frohlocket Ihm mit Zittern!“ (Ps 2,11).

Warum zeigte sich Christus so wenigen Zeu­gen, nachdem Er von den Toten auferstanden war? Weil Er ein König war, ein König, gesetzt über Gottes „heiligen Berg Sion“, nach den Wor­ten des Psalmes, der den Vorspruch enthält. Könige suchen nicht der Menge zu gefallen, noch zeigen sie sich wie ein Schauspiel nach dem Belieben anderer. Sie sind die Herrscher ihres Volkes, ha­ben als solche ihre Würde in sich und werden ehrerbietig von ihren großen Männern bedient; und wenn sie sich zeigen, tun sie es aus Herab­lassung.

Gebet um das Licht der Wahrheit

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O mein Gott, ich bekenne, daß Du meine Dunkelheit erleuchten kannst. Ich bekenne, daß Du allein es kannst. Ich verlange danach, daß meine Dunkelheit erleuchtet werde. Ich weiß nicht, ob Du mich erleuchten willst, abe

Formeln des Privatgebetes

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20. Predigt, 20. Dezember 1829

„Herr, lehre uns beten wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat“ (Lk 11,1)

Diese Worte drücken die natürlichen Gefühle des erwachten Geistes aus, der sein großes Bedürfnis nach Gottes Hilfe wahrnimmt, jedoch nicht richtig versteht, was seine einzelnen Bedürfnisse sind, oder wie sie behoben werden sollen. Die Jünger Johannes des Täufers und die Jünger Christi erwarteten beide die Belehrung ihres Meisters: wie man beten soll. Vergeblich war es,