Gleichmut
22. Dezember 1839
„Freuet euch allezeit im Herrn, und wiederum sage ich, freuet euch“ (Phil 4,4).
An anderen Stellen der Schrift wird die Erwartung der Wiederkunft Christi als ein Grund zu ernster Furcht und Scheu und als ein Aufruf zum Wachen und Beten bezeichnet, in den mit dem Vorspruch verknüpften Versen hingegen wird uns eine andere Seite der christlichen Haltung vor Augen gestellt und werden uns andere Pflichten auferlegt. „Der Herr ist nahe“, und was nun? – Nun, wenn dem so ist, dann müssen wir „uns freuen im Herrn“; müssen uns auszeichnen durch „Mäßigung“; dann dürfen wir nicht „ängstlich besorgt sein“; müssen von Gottes Güte und nicht von Menschen erbitten, was immer wir brauchen; müssen überfließen in „Danksagung“; und müssen pflegen oder vielmehr erbitten und werden erlangen von oben „den Frieden Gottes, der jeden Begriff übersteigt“,
5. Predigt (Fest des heiligen Apostels Johannes)
21. Mai 1837 (Dreifaltigkeitssonntag)

Christus ist uns in der christlichen Kirche so nahe gekommen (wenn ich mich so ausdrücken darf), daß wir nicht in der Lage sind, Ihn anzublicken oder zu erkennen. Er tritt zu uns herein, Er beansprucht Sein erkauftes Erbe und ergreift Besitz von ihm; Er bietet Sich uns nicht dar, sondern nimmt uns in Sich auf. Er macht uns zu Seinen Gliedern.