Newman und Rom

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Dr. Brigitte Maria Högemann FSO

Lange bevor John Henry Newman die Stadt Rom zu Gesicht bekam, muss schon der Klang ihres Namens lebhafte Bilder in ihm wachgerufen haben. Nicht nur die antike Stadt mit ihrer dreitausendjährigen Geschichte sowie das Königreich, die Republik und das Kaiserreich mit ihrem Aufstieg und Niedergang wird ihm vor Augen gestanden haben, sondern auch ihr gewaltiger Machtanspruch und ihr einzigartiger Reichtum an heidnischer wie christlicher Kultur. Bereits für den jungen Oxforder Studenten war das antike Rom Gegenstand von besonderem Interesse, und schon damals muss die Stadt für ihn auch das – seit apostolischer Zeit – sichtbare Zentrum der katholischen Kirche versinnbildlicht haben. Dennoch hatte er noch als Universitätsprofessor die Überzeugung, die er sich bereits als Schüler in Ealing angeeignet hatte: nämlich dass der christliche Glaube in Rom mit der Zeit entstellt worden sei und die Stadt ein Werk des Antichristen darstelle. So ließ schon der bloße Name der Stadt selige wie unselige Gedanken in ihm aufsteigen.

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