Die sichtbare Kirche, eine Ermutigung für den Glauben

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St. Peter
Unsere Pflicht erfüllen, wie sie uns begegnet, das ist das Geheimnis echten Glaubens und Friedens. J. H. Newman

Predigt am 14. September 1834

„So laßt denn auch uns, da wir eine solche Wolke von Zeugen um uns sehen, alle Last und die uns anklagende Sünde ablegen und mit Ausdauer in dem uns auferlegten Wettkampf laufen“ (Hebr 12, 1).

 

Die Warnung und Tröstung, die der Apostel den Hebräern inmitten ihrer Leiden um der Wahr­heit willen gab, ist diese: sie sollten sich hüten vor Unglauben, jener Sünde, die uns in Versuchung leicht überfällt, und zwar sollten sie sich haupt­sächlich und vor allem dadurch wappnen, dass sie „aufblicken zu Jesus, dem Begründer und Voll­ender des Glaubens“. Aber noch auf eine andere Stütze des Glaubens wird in diesem Zusammen­hang hingewiesen. So herrlich und heilig ist unser Herr, selbst in Seiner menschlichen Natur, so voll­kommen in der Stunde der Versuchung, so himm­lisch auch auf der Erde, dass Sünder wie wir anfangs Seinen Blick nicht ertragen können. Es geht uns wie dem heiligen Apostel im Buch der Offenbarung, wir „fallen wie tot zu Seinen Füßen“ (Offb 1,17). Nun hat Er uns darum nicht etwa Seiner Gegen­wart beraubt, sondern aus Barmherzigkeit zu uns Seine Heiligen und Engel in sie mit einbezogen, eine große Schar geschaffener Wesen, ja auch sol­cher, die einst Sünder und Untertanen Seines Reiches auf Erden waren; so dass wir, das Beispiel an­derer vor Augen, ermutigt werden, auf Ihn zu schauen und trotzdem zu leben. Sankt Paulus zählt im vorausgehenden Kapitel viele der frühe­ren Heiligen auf, die den Weg des Glaubens ge­gangen sind; und dann sagt er im Vorspruch: „So laßt denn auch uns, da wir eine solche Wolke von Zeugen um uns sehen, alle Last und die uns an­klagende Sünde ablegen und mit Ausdauer in dem uns auferlegten Wettkampf laufen.“ Und anschlie­ßend spricht er in einer noch erhabeneren und glü­henderen Sprache von der christlichen Kirche, jener hehren Versammlung, die Christus aus allem, was im Himmel und auf Erden heilig war, gebildet hat. „Ihr seid hingetreten zum Berge Sion, zur Stadt des lebendigen Gottes, zum himmlischen Jerusalem, zu einer unzählbaren Schar von Engeln, zu der ganzen Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, zu den Seelen der vollendeten Gerechten und zu Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes“ (Hebr 12, 22—24).

Gar sehr bedarf man zu allen Zeiten als Heilmittel gegen den Unglauben jenes Trostes, den der hei­lige Paulus den Hebräern in der Verfolgung zu­spricht: nämlich des Blickes auf die Heiligen Gottes und auf das Himmelreich. Gar sehr bedürfen seiner zu allen Zeiten jene, die sich vorgenommen haben, Gott zu dienen; denn sie sind wenige und sehnen sich nach dem Gefährten. Ausdrücklich heißt es: „Breit ist der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind es, die ihn gehen.“ Anderseits: „Eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden“ (Mt 7, 13.14). Ach! Ist es nicht Entmutigung genug, auf einem Weg der Selbstverleugnung zu wandeln, unsere natürlichen Gelüste und hochfahrenden Phan­tasien zu bekämpfen und mit dem Fleisch Krieg zu führen, dass auch noch der Krieg mit der Welt hin­zukommen muss? Ist es nicht genug, all unsere Tage Pilger und Streiter zu sein, dass wir auch noch die Zurufe und die frohlockenden Stimmen derer hören müssen, die den Weg des Todes wählen, indes wir dahinwandern müssen nicht nur in Schmerz, son­dern auch in Einsamkeit? Wo ist der Segen für die Gerechten, wo die Freude des Glaubens, der Trost der Liebe, der Triumph der Selbstbeherrschung in solcher Düsternis und Verlassenheit? Wer sind die, welche an unseren Freuden und Leiden Anteil neh­men, wer sind die, welche uns durch das eigene Bei­spiel ihres Erfolges anspornen? Der heilige Paulus antwortet uns: die Wolken der Zeugen der frühe­ren Tage. Betrachten wir also unsere Not und was ihr abhilft.

1. Man kann gewiß nicht leugnen, dass wir in der Reihe der wenigen sind, wenn wir unser Herz an Christus hingeben und Gott gehorchen. So war es jederzeit, so wird es bis zum Ende der Zeiten sein. Da ist es allerdings schwer, jemanden zu finden, der sich aufrichtig seinem Heiland hingibt. Trotz all der über uns ausgegossenen Gnaden sind wir doch in der einen oder anderen Weise in Gefahr, von un­serem Herzen uns betören zu lassen und uns mit einem Schein von Religion anstatt mit ihrem Wesen zufriedenzugeben. In einem sogenannten christ­lichen Land leben daher die meisten der Welt. Ja, es möchte scheinen, dass im Maße, wie das Christen­tum sich ausbreitet, seine Früchte geringer werden; oder zum wenigsten mehren sie sich nicht im Ver­hältnis zu seinem Wachstum. Es scheint (haben manche gesagt), als gebe es ein bestimmtes Maß von Wahrheit in der Welt, eine bestimmte Zahl Auserwählter in der Kirche, und während man die Grenzen ausdehnt, zersprengt man diesen gläubi­gen Rest dahin und dorthin, so dass sie geringer an Zahl erscheinen und sich um so einsamer fühlen. „Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Mt 10,16); was unser Herr zu Seinen Apo­steln sagte, erfüllt sich bis auf den heutigen Tag an all denen, die Ihm folgen. Sie sind auf der gan­zen Welt zerstreut; sie sind voneinander getrennt; sie sind beauftragt, auf liebwerten Umgang mitein­ander zu verzichten; und sie sind zu Andersgesinn­ten in weite Fernen gesandt. Ihren Beruf und ihre Beschäftigung dürfen sie sich nicht selbst wählen. Äußere Umstände, über die sie keine Macht haben, bestimmen die Linie ihres Lebens; Zufälligkeiten führen sie an diesen oder jenen Ort, und sie wissen nicht, wohin sie gehen; ohne jene zu kennen, zu denen sie sich gesellen, müssen sie beinahe blind ihre Heimat und ihre Gefährten finden. Und über­dies unterscheiden sie sich — und das sehr fühl­bar — darin von den Aposteln: während diese ein­ander kannten, miteinander verkehren und eine Gemeinschaft bilden konnten, ja bilden mussten, kennen die aufrichtigen und treuen Herzen, in die der gute Samen fruchtbringend gefallen ist, jetzt sich nicht einmal gegenseitig; ja, selbst wenn sie glaubten, sie könnten ihre Gefährten herausfinden, dürften sie keine gesonderte Gruppe mit ihnen bilden.

Sie kennen einander nicht; sie kennen sich selbst nicht; sie wagen es nicht, sich den künftigen Titel eines Auserwählten Gottes beizulegen, obschon er ihnen tatsächlich hinterlegt ist; und je näher sie dem Himmel sind, um so geringer denken sie von sich selbst, „Herr, ich bin nicht würdig, dass Du ein­gehst unter mein Dach“ (Mt 8, 8), waren die Worte dessen, der größeren Glauben hatte als irgendeiner in Israel. Zweifellos kennen sie ihre eigene Glück­seligkeit nicht, noch vermögen sie die Gefährten ihrer Glückseligkeit herauszufinden. Gott allein sieht das Herz; hier und da sehen sie, wie sie ihres Weges ziehen, flüchtige Schimmer des göttlichen Wirkens in anderen; sie heften eine Zeitlang im Dunkeln ihren Blick auf sie, aber verlieren sie bald wieder aus dem Auge; sie hören ihre Stimmen, aber können sie nicht finden. Einige wenige enthüllen sich ihnen allerdings in einem gewissen Maß. Unter ihren Schicksalsgenossen, die sie ständig um sich sehen, ist ihnen vielleicht der eine oder andere zu ihrer Freude geschenkt, aber selbst von diesen nicht viele. Denn so hat es dem Herrn des Weinberges gefallen; es liegt anscheinend in Seiner Absicht, dass die Seinigen nicht zu dicht zusammenwachsen; und wenn sie es doch zu tun scheinen, dann be­schneidet Er Seine Weinreben, damit sie, entgegen der Meinung, dass sie nun weniger trügen, gerade besser tragen könnten. Er pflückt etwas von der Hoffnung auf die Weinlese ab; und jene, die zu­rückbleiben, trauern über ihre Brüder, die Gott zu Sich genommen hat, und sie begreifen nicht, dass es kein seltsamer Weg Seiner Vorsehung ist, sondern die eigentliche Regel Seiner Weltregierung, Seine Diener gering an Zahl und einsam zu lassen.

Selbst wenn sie einander kennen (soweit ein Mensch den andern kennen kann), dürfen sie doch, wie ich gesagt habe, keine ausschließliche Gemeinschaft mit­einander bilden. Selbstverständlich will von Natur jeder am liebsten mit denen zusammenleben, die er am meisten liebt; aber es ist etwas anderes, eine Vorliebe zu haben, und etwas ganz anderes eine ausschließende Grenze zu ziehen und eine Sonder­gruppe innerhalb der Kirche zu bilden. Die sicht­bare Kirche Gottes ist jene alleinige Gemeinschaft, welche die Christen kennen bis auf den heutigen Tag; sie wurde an Pfingsten gebildet, mit den Apo­steln als Gründern, ihren Nachfolgern als Vor­stehern und mit allen, die sich Christen nennen, als Gliedern. In dieser sichtbaren Kirche gestaltet sich und reift allmählich die unsichtbare Kirche. Lang­sam und auf verschiedene Weise formt sie der Ge­benedeite Geist Gottes, nämlich in diesem oder jenem Menschen, der zur großen Gemeinschaft ge­hört. Aber alle diese segensreichen Auswirkungen der göttlichen Gnade sind bis jetzt nur Teile der sichtbaren Kirche; sie wachsen aus ihr heraus; sie hängen von ihr ab; sie hängen nicht voneinander ab; sie bilden zusammen keine Einheit; denn es gibt noch keine unsichtbare Kirche, die schon geformt wäre; bis jetzt ist sie ein Name; ein Name, gegeben denen, die verborgen und Gott allein bekannt und bis jetzt nur halb geformt sind, die unreife, aber allmählich reifende Frucht, die auf dem Stamm der sichtbaren Kirche wächst. Zu versuchen, die einzel­nen Blüten im voraus zu bestimmen, die schließlich ansetzen und reifen werden für die Ernte, und dann sie alle zusammenzuzählen und in Gedanken zusammenzufassen und dann als Baum zu bezeichnen, wäre gerade so unmöglich, wie zu versuchen, jetzt die wahren Auserwählten Gottes zu einem Ganzen zu verbinden. Sie sind zerstreut unter den Blättern jenes mystischen, sichtbaren Weinstockes und sie erhalten ihre Nahrung von seinem Stamm und sei­nen Zweigen. Sie leben von den Sakramenten und dem priesterlichen Dienst der Kirche; sie empfangen Licht und Heil von ihren heiligen Riten und Einrichtungen; durch diese sind sie untereinander verbunden; sie gehorchen ihren Hirten; sie wan­deln gemeinsam mit ihren anderen Gliedern; sie wagen nicht, über diesen oder jenen zu ihrer Rech­ten oder zu ihrer Linken zu urteilen und zu bestim­men, ob er unbedingt zur Zahl derer gehört, die ge­rettet werden oder nicht; sie begegnen allen, die Christus nicht offen von sich gestoßen haben, als ihren Brüdern in Christus, als solchen, die der glei­chen allgemeinen Verheißungen teilhaftig sind; wirklich als Brüdern, bis der Tod kommt, ihnen gerade so wie jenen, die ihrer Berufung aufs ge­naueste entsprechen.

Doch zur gleichen Zeit, da sie im Glauben alle in ihrer Umgebung lieben, die sich Christen nennen, und es vermeiden, darüber zu urteilen, wie diese wirklich vor Gottes Augen stehen, müssen sie doch vieles an einer großen Zahl von ihnen sehen, was sie verletzt und abstößt; sie müssen doch überaus schmerzlich jene weltliche Atmosphäre fühlen, die, wo immer sie herrühren mag, jene umgibt; sie spüren jene erstickenden Dämpfe, in denen die meisten sich wohlfühlen; und obwohl sie dem Bösen nicht bis zu seinen eigentlichen Quellen im ein­zelnen nachspüren können, sind sie davon über­zeugt, dass es ein Übel ist, das man meiden und vor dem man warnen muß, und das hier oder dort in der Kirche seinen Ursprung hat. So sind die wenigen Gläubigen in ihrem Bereich, sei er hoch oder nieder, Zeugen; sie sind durch ihr Leben und ihre feierlichen Aussagen Zeugen für Gott und Christus, ohne andere zu richten oder sich selbst zu erheben. Sie sind Zeugen in verschiedenem Grad, vor verschiedenen Menschen, stärker oder schwächer, je nach dem Bedürfnis des einzelnen — sie unterscheiden sich von der Menge auf verschiedene Weise, je nachdem einer aus jener Menge, vor dem sie Zeugnis ablegen, besser oder schlechter ist, und je nachdem sie selbst, mehr oder weniger in der Wahrheit vorangeschritten sind; im ganzen jedoch sind sie Zeugen so wie das Licht, das durch Kon­trast gegen die Finsternis zeugt. Sie geben Gutes und erhalten Böses zurück; sie ernten die Verach­tung, den Spott und den Widerstand der Welt, vermischt zwar mit etwas Lob und Ehrfurcht, Ehr­furcht, die nicht lange anhält, sondern bald in Furcht und Haß übergeht. Daher brauchen religiöse Menschen einen gewissen Trost, der sie stützt, den aber auf den ersten Blick die sichtbare Kirche nicht zu gewähren scheint, da das Übermaß der Welt­lichkeit sie erschreckt.

2. Was werden wir nun weiter unter diesen Um­ständen sagen? Sind sie nur vereinzelte Zeugen, jeder an seinem Platz? Ist die Kirche, die sie sehen, wirklich gar kein Trost für sie, außer man betrachte mit den Augen des Glaubens an ihr die unsicht­baren Gaben? Oder gibt sie als Ganzes ihnen doch einen fühlbaren Halt, eine Schau des Himmels, des Friedens und der Reinheit, trotz der jetzigen Welt, trotz des Bösen, das in ihr in Fülle vorhanden ist und sie ganz bedeckt? Durch Gottes große Barm­herzigkeit ist die sichtbare Kirche tatsächlich in nicht geringem Maß ein gegenwärtiger und fühlbarer Trost, was ich nun zeigen möchte. Wahrhaftig, mag Satan tun, was er will, er kann das Licht der Kirche nicht auslöschen oder verdun­keln. Er kann sie mit seinen eigenen schlechten Machwerken wie mit einer Kruste überziehen, aber selbst undurchsichtige Körper lassen die Strahlen durch, und die Wahrheit leuchtet in ihrem eigenen himmlischen Glanz, obschon sie „unter einem Schef­fel ist“ (Mt 5,15). Der Heilige Geist hat Sich in Gnaden herabgelassen, Seine Wohnstatt in der Kirche zu nehmen, und die Kirche wird immer auf ihrer Stirn die sichtbaren Zeichen ihres verborge­nen Gnadenvorrechtes tragen. Schon aus geringer Entfernung betrachtet, wird ihre ganze Oberfläche erleuchtet sein, obwohl das Licht in Wirklichkeit aus so wenigen Öffnungen strömt, dass man sie ab­zählen könnte. Die vereinzelten Zeugen werden so nach den Worten des Vorspruches „eine Wolke“ wie die Milchstraße am Himmel.

Wir haben in der Schrift die Berichte über jene, die in alter Zeit im Glauben lebten und starben, und nichts kann sie uns entreißen. Die Stärke Satans liegt darin, dass dem Augenschein nach die Groß­zahl auf seiner Seite steht; aber wenn wir die Bibel lesen, verliert dieses Argument seine Stich­haltigkeit. Da finden wir, dass wir nicht vereinsamt sind; dass andere vor uns in der gleichen Lage wa­ren wie wir, unsere Gefühle hatten, unsere Prü­fungen ertrugen und für den gleichen Preis, den wir suchen, sich abmühten. Nichts erhebt den Geist mehr als das Bewußtsein, einer aus einer großen und siegreichen Schar zu sein. Freut sich nicht der Soldat seines Feldherrn und betrachtet er nicht dessen Triumph als seinen eigenen? Er ist nur ein einzelner, aber er identifiziert sich mit der Armee und der Sache, der er dient, und er verweilt mehr beim Gedanken an Siege und Sieger als beim Ge­danken an gelegentliche Verluste und Niederlagen. Bedeutet es nicht für den Angehörigen eines Lan­des Freude und Ruhm, dass es mächtig ist? Hören wir nicht, dass Leute stolz darauf sind, als Engländer geboren zu sein? Sie reisen umher, bestau­nen die Werke ihrer Zeit und die Denkmäler ihrer Vorfahren und sagen sich, dass ihr Volk edel ist. Weit vollkommener und weit vernünftiger ist der Stolz eines Christen, und zwar ist er ohne irgend­welches anmaßende oder dem Blut entspringende Gefühl. Er weiß aus Gottes Wort, dass er „Bürger einer nicht unberühmten Stadt“ (Apg 21, 39), Er fühlt, dass er nicht der Linie eines Emporkömmlingst entstammt, sondern einer sehr alten; denn der Allmächtige Gott wollte durch Seinen Sohn viele Söhne zur Herrlichkeit führen und Er zeugte sie wiederum je zu ihrer Zeit, damit sie Ihm dien­ten. Einer aus dieser Schar ist er, und alle jene seli­gen Heiligen, von denen er liest, sind seine Brüder im Glauben. Er findet in der Geschichte der Ver­gangenheit eine besondere Art von Trost, der dem Einfluß der sichtbaren Welt entgegenwirkt. Er kann nicht sagen, wer jetzt die Heiligen auf Erden sind; und die noch Ungeborenen sind Gott allein bekannt; aber die Heiligen der früheren Zeiten sind für den Himmel besiegelt und sind ihm in etwa kundgetan. Die Geister der vollendeten Ge­rechten ermutigen ihn zur Nachfolge. Das ist der Grund, warum es für den Christen charakteristisch ist, auf frühere Zeiten zurückzuschauen. Der Welt-mensch lebt in der Gegenwart oder plant für die Zukunft; aber der Glaube ruht auf der Vergangen­heit und das ist ihm genug. Er macht die Ver­gangenheit zum Spiegel der Zukunft. Er zählt die Reihe der treuen Diener Gottes auf, von denen Sankt Paulus im Vorspruch berichtet, und ist nicht mehr betrübt, als wäre er einsam. Abraham und die Patriarchen, Moses, Samuel und die Prophe­ten, David und die Könige, die in seinen Spuren wandelten, diese sind die Vorfahren des Christen. Allmählich lernt er, sie wie vertraute Bilder vor seinem Geist zu haben, seine Sache mit der ihrigen gleichzusetzen und, da ihre Geschichte ihn ermutigt, sie in seinen Tagen zu verteidigen. Daher ist er eifrig auf ihre Ehre bedacht und, wenn sie angegrif­fen werden, ist er schnell mit der Antwort bereit, zur Überraschung jener, die sich mit der Lage der Dinge einfach abfinden; aber er ist wahrhaftig zu dankbar, zu anhänglich, zu sehr eingenommen für die Sache, um höflich und weitherzig gegen ihre Angreifer zu sein. Im übrigen ist es ihm lieber, die heutige Zeit erweist sich als heimtückisch, denn eine frühere als verkehrt.

Aber kehren wir zurück: welch eine Welt von Sym­pathie und Trost eröffnet sich uns so in der Gemein­schaft der Heiligen! Die Heiden, die voll Ernstes nach Wahrheit suchten, versagten aus Mangel an Gesinnungsgenossen; jeder war auf sich selbst ge­stellt. Sie waren versucht zu glauben, dass alle ihre besten Gefühle nur leere Namen seien und es nicht darauf ankomme, ob sie Gott dienten oder Ihm nicht gehorchten. Aber Christus hat „die Kinder Gottes gesammelt, die ringsum zerstreut waren“ (Joh 11, 52), und sie zu allen Zeiten und an allen Orten einander nahegebracht. Sind wir jung und in Versuchung oder Prüfung? Wir können in keiner schlechteren Lage sein als Joseph. Sind wir krank? Job übertrifft uns im Leiden wie in Geduld. Sind wir in Unruhe und Besorgnis, im Widerstreit der Pflichten und verwirrt im Geist, weil wir garstigen Vorgesetzten zu Gefallen sein müssen, jedoch Gott nicht beleidigen wollen? Wir können keine so schwere Prüfung haben wie die Davids, als Saul ihn verfolgte. Ist es unsere Pflicht, unter Sündern für die Wahrheit Zeugnis abzulegen? Kein Christ kann heute in einer so schwierigen Lage sein wie Jeremias. Haben wir Familiensorgen? Job, Jakob und David wurden in ihren Kindern heimgesucht. Es ist freilich leicht, all dies zu sagen, und mancher kann es hören und sich dadurch nicht beeindruckt fühlen, er kann meinen, es sei nur ein Spiel mit Worten, die zwar leicht und schicklich zu sagen seien, aber ein kalter Trost in wirklichen Leiden. Ich gebe zu, dass jemand aus diesen Überlegungen nicht auf einmal vollen Nutzen ziehen kann. Einer, der nie über das Leben der Heiligen nachgedacht hat, wird bei der ersten Beschäftigung mit der Frage wenig Trost daraus schöpfen, wenn er in Drangsal kommt. Er wird sich enttäuscht abwen­den. Er mag entgegnen: „Mein Schmerz oder meine Heimsuchung ist darum nicht geringer, weil ein anderer sie tausend Jahre vorher ertrug.“ Aber der Trost, auf den es ankommt, dringt zu uns nicht mit­tels eines Beweises, sondern durch die Gewohnheit. Eine langweilige Reise erscheint kürzer, wenn man sie in Gesellschaft macht, und doch legt jeder die gleiche Strecke zurück, mögen es viele oder wenige Reisende sein.

Das ist also das Empfinden, das der Christ gegen­über allen Heiligen hat, aber besonders wird es geweckt durch die Kirche Christi und durch alle, die zu ihr gehören. Denn was ist diese Kirche anderes als ein Unterpfand und ein Beweis der nie ver­gehenden Liebe und Macht Gottes von Geschlecht zu Geschlecht? Er hat sie gegründet aus Erbarmen mit der Menschheit, und ihre Gegenwart unter uns ist ein Beweis, dass Er uns trotz unserer Sünden noch nicht vergessen hat; — „bis hierher hat der Herr geholfen“ (1 Sam 7,12). Er hat die Kirche gegründet auf das Fundament Seiner zwölf Apostel und hat verheißen, dass die Pforten der Hölle sie nicht über­wältigen werden; und ihre Gegenwart unter uns ist ein Beweis Seiner Macht. Er hat sie gegründet, damit sie Nachfolgerin der vier Riesenreiche sei, die damals bestanden. Sie erlebte es, wie diese Weltreiche in Staub zerfielen und zu nichts wurden. Sie erlebte die Neuformung einer Gesellschaft nach Art der Regierungen, die bis heute bestehen. Sie lebt heute noch und ist älter als sie alle. Wie sehr wir alte Abstammung, edle Geburt und einen be­rühmten Ahnenkreis ehren, und das mit Recht, so ist doch die königliche Dynastie der Apostel weit älter als alle königlichen Familien, die jetzt auf der Erde bestehen. Jeder Bischof der Kirche, den wir sehen, ist ein direkter Nachkomme des heiligen Pe­trus und des heiligen Paulus nach der Ordnung geist­licher Geburt; — ein edler Gedanke, wenn wir ihn nur lebendig erfassen könnten! Wahr ist, die Bi­schöfe haben zu verschiedenen Zeiten ihren hohen Rang vergessen und seiner unwürdig gehandelt. Das war auch bei Königen und Fürsten der Fall, doch sie waren trotz ihrer persönlichen Fehler adelig durch das Blut, und die Linie ihrer Familie ist dadurch nicht abgebrochen oder degradiert worden. Obwohl es wahr ist, dass die Nachfolger der Apostel vor unserer Zeit weltlich lebten, sich einbildeten, von dieser Welt zu sein, ihr Amt für weltlich und bür­gerlich hielten, oder wenn sie es für religiös hielten, wenigstens glaubten, es sei „von Menschen und durch Menschen“ (Hebr 5,1), nicht „durch Jesus Christus“, obwohl es wahr ist, dass sie hohen Wert darauf leg­ten, Reichtümer zu besitzen oder hohe Stellungen innezuhaben, oder Würde und Achtung oder lite­rarischen Ruhm zu genießen, oder königliche Berater zu sein, oder an Höfen sich zu bewegen, so sind sie doch, sogar das Äußerste zugegeben, nichts­destoweniger ein Gegenstand, der den gläubigen Geist aufrichtet, den Geist, der in jedem von ihnen das Unterpfand Seiner Verheißung sieht: „Ich will dich nicht verlassen noch je dich preisgeben“ (Hebr 13, 5). Er hat gesagt, Er werde bei Seiner Kirche bleiben; Er hat sie bis auf diesen Tag am Leben erhalten. Er hat die Linie Seiner Apostel durch alle Zeiten, alle Drangsale und Gefahren der Welt hindurchgeführt. Darin liegt also gewiß etwas wie eine Ermutigung für uns in unserer Vereinsamung und Schwäche. Die Gegenwart jedes Bischofs läßt eine lange Geschichte von Kämpfen und Prüfungen, Leiden und Siegen, Hoffnungen und Befürchtungen durch viele Jahrhunderte hindurch in uns aufleben. Seine Gegenwart in unseren Tagen ist die Frucht von all dem. Er ist das lebendige Denkmal jener, die tot sind. Er ist die Gewähr für einen kühnen Kampf, ein gutes Bekenntnis und ein freudiges Martyrium in unseren Zeiten, wenn es notwendig ist, nach dem Beispiel derer aus alter Zeit. Wir sehen ihre Statuen an den Wänden und ihre Grä­ber sind unter unseren Füßen; und wir hoffen, ja, wir sind sicher, dass Gott heute uns das sein will, was Er jenen war. So lesen wir beim Psalmisten: „Der Herr denkt an uns und segnet uns; Er segnet das Haus Israel, Er segnet das Haus Aaron“ (Ps 113, 20).

Ganz besonders aber ruft uns der Anblick der unter uns lebenden Apostel die Bevorzugtesten aus ihrer Reihe ins Gedächtnis, die zu verschiedenen Zeiten den guten Kampf des Glaubens tapfer und ruhm­voll gekämpft haben. Gepriesen sei Gott, Er hat uns eine so genaue Kunde von ihnen gegeben, als hätten wir in ihren Tagen gelebt und uns ihres Beispiels und ihrer Unterweisung erfreut. Aber ach, wie wenig wißt ihr über die Heiligen der vergan­genen Zeiten Bescheid, trotz der verschiedenen Bü­cher, die heute unter allen Schichten des Volkes im Umlauf sind! Wie kommt das? Hat die Kirche Christi zu irgendeiner Zeit versagt? Oder haben Seine Zeugen ihr anvertrautes Gut verraten? Sind jene nicht Fleisch und Bein von uns? Haben sie nicht teilgenommen an der gleichen geistigen Nahrung wie wir und an dem gleichen geistigen Trank, ha­ben sie nicht die gleichen Gebete verrichtet und das­selbe Credo bekannt? Wenn einer nur in das Prayer-Book hineinsieht, kann er dort auf Namen stoßen, über die er vielleicht überhaupt nichts weiß und um die er sich gar nicht kümmert. Ein Gebet, das wir täglich verrichten, heißt das Gebet des hei­ligen Chrysostomus; ein Credo trägt den Namen des heiligen Athanasius, ein anderes heißt das nizänische; in den Artikeln lesen wir von Sankt Augu­stinus und Sankt Hieronymus; in den Homilien außerdem von vielen anderen. Was bedeuten diese Namen? Es ist traurig, es drängt euch nicht, nach jenen, die eure Mitbürger und eure großen Wohl­täter sind, zu fragen oder sie zu feiern! Die Men­schen dieser Welt — jeder verbreitet des anderen Ruhm — sie prahlen in lauten Tönen; — ihr seht in jeder Straße die Namen und Standbilder der Menschen, ihr hört von ihren Großtaten in Reden und Geschichtsbüchern; doch ihr kümmert euch nicht darum, über die etwas zu wissen, denen ihr das Licht der christlichen Wahrheit verdankt. Sie waren wirklich in ihren Tagen Männer Gottes; sie waren Vorsteher und Lehrer in der Kirche; sie hatten in ununterbrochener Handreichung die zuerst den Aposteln und jetzt uns verliehene Gewalt empfan­gen. Sie mühten sich ab, sie duldeten und verzagten nicht, und ihre Schriften sind bis heute erhalten. Ein Christ nun, der mit diesen Gedanken sich abgibt, findet darin durch Gottes Erbarmen große Ermuti­gung. Sagt man ihm, er sei allein, sein Glaube werde für einen Traum gehalten und seine Bemü­hungen, Gutes zu tun, für eine Torheit, was dann? Nun wohl, er weiß, dass es Zeiten gegeben hat, da seine Ansichten die der Geehrten und Einfluß­reichen waren, und die Ansichten, die heute im Schwange sind, nur darum nicht verworfen wurden, weil man noch nichts über sie hörte. Er weiß, dass die gegenwärtigen Ansichten zufällige Begeben­heiten des Tages sind, die fallen werden, wie sie entstanden. Sie werden sicher fallen, wenn auch erst in ferner Zukunft! Der Christ arbeitet für jene Zeit; er arbeitet auf fünfhundert Jahre voraus. Er kann es im Glauben auf sich nehmen, fünfhundert Jahre zu warten, ein Zeitalter lang zu warten, da er selbst längst in Staub zerfallen ist. Die Apostel lebten vor achtzehnhundert Jahren; und soweit der Christ zurückschaut, soweit kann er es sich auch leisten, vorwärts zu schauen. Es ist ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller vom Anfang bis zum Ende.

Ich wies eben auf unsere Gottesdienste hin; auch diese können dazu dienen, unserem Glauben und unserer Hoffnung eine Stütze zu sein. Wer zur Kirche kommt, um Gott zu verehren, sei er hoch oder niedrig, tritt in jene himmlische Welt der Hei­ligen ein, von der ich gesprochen habe. Denn in den Gottesdiensten rufen und erfassen wir das Un­sichtbare. Ich weiß zwar, dass Christus hierbei be­sonders gegenwärtig ist und Sich würdigt, uns zu segnen; aber ich spreche die ganze Zeit über von der Hilfe, die uns durch das Sichtbare geschenkt wird, und auch unter diesem mehr niederen Gesichts­punkt wird zweifellos im Laufe des Gottesdienstes viel für uns getan. Da lesen wir in der Bibel von den Heiligen, die uns vorangegangen sind, und wir erwähnen sie in unseren Gebeten. Wir danken Gott für sie, wir preisen Gott mit ihnen, wir bitten Gott, uns in Gnaden heimzusuchen, wie Er sie heim­gesucht hat. Und jeder irdische Gedanke und Grundsatz ist hier verbannt. Hier regiert die Welt nicht mehr wie draußen; sie lobt, tadelt, spottet und staunt hier nicht mehr nach ihrem eigenen fal­schen Maßstab. Sie wird nur erwähnt als einer der drei großen Feinde, denen zu widerstehen wir ge­schworen haben; so steht sie an dem ihr zukom­menden Platz; und ihr Untergang, nämlich der endgültige Sieg der Kirche über sie, ist zuversicht­lich vorausgesagt. Außerdem ist es weit eindrucks­voller, zu hören und zu sehen, als in einem Buch zu lesen. Wenn wir die Bibel und andere fromme Bü­cher für uns persönlich lesen, so bringt das großen Trost; aber unsere Seelen werden gewöhnlich mehr aufgerichtet und ermutigt in der Kirche, wenn wir jene großen Wahrheiten, von denen die Schrift spricht, entfaltet und dargestellt sehen. Da erblicken wir „Jesus Christus, klar vor Augen gestellt als ge­kreuzigt unter uns“ (Gal 3,1). Die vorgeschriebe­nen Riten, die wir sehen, drängen unseren Sinnen die unsichtbare Wahrheit auf. Schon die Anlage des Gebäudes, das gedämpfte Licht, die Seitenschiffe, der Altar in seinem frommen Schmuck sind Sinn­bilder des Unsichtbaren und spornen unseren schwa­chen Glauben an. Wir scheinen die himmlischen Höfe zu sehen, mit den Engeln, die singen, mit den Aposteln und Propheten, die lauschen, wenn wir ihre Schriften in der vorgeschriebenen Reihenfolge lesen. Und so kann auch der Kirchenbesuch am Sonntag mit Gottes Hilfe selbst denen nützen, die sich Ihm nicht hingegeben haben; nicht zu ihrem Heil (denn keiner kann nur durch eine oder zwei beobachtete Übungen oder ohne ein Leben des Glaubens gerettet werden), aber so weit, um in ihren Sündentraum einzudringen und ihnen Ge­danken und Vorstellungen einzugeben, die der Keim von künftigem Guten sein können. Auch denen, sage ich, die der Welt leben, ist der bloße Besuch des Sonntagsgottesdienstes eine fortwäh­rende Mahnung an ihr Gewissen, da er sie einen flüchtigen Blick in das Unsichtbare tun läßt und sie bis zu einem gewissen Grad aus der Knechtschaft des Mammon oder Belial befreit. Daher kommt es, dass der erste Versuch Satans, eine Seele zu ver­derben, der ist, sie dahin zu bringen, dass sie den Tag des Herrn entweiht. Und wenn die Frucht eines wöchentlichen Kirchenbesuches so groß ist, selbst an einem unentschlossenen und irdischen Geist, wieviel nachhaltiger und belebender sind dann die Gottesdienste für ernste Menschen, die sie täglich oder häufig aufsuchen! Gewiß ist ein solcher Besuch ein Schutz, wie man ihn Amuletten nachsagt, etwas Geringes dem äußeren Schein nach, aber doch wirksam. Ich behaupte mit Zuversicht, wer sich darin übt, wird mit der Zeit ein anderer Mensch, als er gewesen; denn Gott wirkt in ihm. Sein Herz wird himmlischer und sehnsuchtsvoller sein; die Welt wird unter seinen Füßen liegen; er wird gegen ihre Ansichten, Drohungen, Schmeicheleien und Spötte­reien gefeit sein. Selbst seine Art, die Dinge zu sehen, sogar seine Stimme, sein Benehmen, sein Gang und sein Antlitz werden vom Himmel kün­den denen, die ihn gut kennen, mag auch die Menge nichts an ihm sehen.

Die Menge versteht ihn nicht und sogar in Sankt Paulus und Sankt Johannes würde sie nur gewöhn­liche Menschen erkennen. Doch zu gewissen Zeiten wird ein solcher auch der Menge wirklich etwas zu sagen haben. In Zeiten außerordentlicher Not oder Bestürzung, dann, wenn die Herzen der Menschen vor Furcht verzagen, wird er eine natürliche Macht über die Welt haben und nicht als ein einzelner zu sprechen scheinen, sondern wie einer, in dem alle Kraft und Gnade jener vielen Heiligen zusammengefasst ist, die lebenslang seine Begleiter waren. Er hat mit denen gelebt, die tot sind, und die Welt wird glauben, er komme aus dem Reich der Toten, er spreche im Namen der Toten, er gebrauche die Sprache der Seelen, die den sichtbaren Dingen ge­storben sind, er offenbare die Geheimnisse der himmlischen Dinge und versetze in Schrecken und überführe jene, die sich dieser Welt verschrieben haben. Mit welcher Geringschätzung dachten der Hauptmann und die Schiffsbesatzung vom heiligen Paulus, bis dann freilich das Unwetter nicht auf­hörte, sie zu umtoben, und „ihnen alle Hoffnung auf Rettung genommen war!“ (Apg 27,20. 21). Da „trat er unter sie“, obwohl er kein Wunder gewirkt hatte, ermahnte und ermutigte sie, gebot ihnen zu essen, handelte wie ihr Priester, indem er Gott danksagte und das Brot in der Gegenwart aller brach, und so ihnen „guten Mut“ machte. Das ist jene tief verborgene und nur bisweilen enthüllte Gabe derer, die bis zum dritten Himmel hinauf­gestiegen sind. Ein lebendiger Heiliger, selbst wenn es nur einen gäbe, ist ein Unterpfand der ganzen unsichtbaren Kirche. Möge dieser Gedanke uns trösten, wie er sollte; möge er seinen vollen Einfluss auf uns ausüben und ganz von uns Besitz ergreifen. „Erheben wir unsere Herzen, erheben wir sie zum Herrn!“

 Newman John Henry, Pfarr- und Volkspredigten, DP III, 17, Schwabenverlag, Stuttgart 1951, 260-279.

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